Craniosacraltherapie

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© Ulla von Ramin Saenger

Was ist Craniosacraltherapie?

Die Craniosacraltherapie legt, wie die Osteopathie und Polarity, Wert auf eine ganzheitliche Behandlung des Menschen. Nach den osteopathischen Grundprinzipien werden Mobilität und Durchblutung gefördert, so dass die Selbstheilungskräfte des Menschen optimal wirken können.

Die beiden Pole Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum) bilden mit den Gehirn- und Rückenmarkshäuten (Membranen) eine Einheit, in welcher die Gehirnflüssigkeit (Liquor) rhythmisch pulsiert. Dieser Rhythmus überträgt sich auf den gesamten Körper und beeinflusst die Entwicklung und Funktionsfähigkeit des ganzen Menschen. Veränderungen in diesem System geben die nötigen Hinweise für die therapeutische Arbeit mit den betroffenen anatomischen und energetischen Strukturen. Störungen dieser craniosacralen Einheit können sich in vielen Bereichen zeigen.

Craniosacraltherapie kann helfen bei folgenden Beschwerden:

 

•        Kopfschmerzen/Migräne

•        Nackenschmerzen

•        Rückenschmerzen

•        Verdauungsprobleme

•        Chronische Müdigkeit/Konzentrationsschwierigkeiten

•        Belastungen nach Unfällen/Operationen

•        Kieferprobleme

•        Immer wiederkehrende Erkältungen (Sinusitis, Halsschmerzen, Mittelohrentzündungen)

•        Tinnitus

•        Schwindel

•        Hormonelle Störungen (wie z.B. Menstruationsbeschwerden)

•        Begleitung durch die Schwangerschaft

•        Vorbereitung auf die Geburt und Behandlung nach der Geburt

•        …
 

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Bildquelle: «Osteopathie in der Schädelsphäre»
Dr. H.I. Magoun, D.O., F.A.A.O.

Geschichte der Craniosacraltherapie

 

William Garner Sutherland (1873 – 1954), ein Schüler von A.T. Still, forschte in Selbstversuchen im cranialen Bereich und konnte beweisen, dass die Schädelknochen nicht starr verwachsen, sondern auch noch im Erwachsenenalter beweglich sind. Er setzte somit den Grundstein für die craniosacrale Therapie, in der Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum) mit den Hirn- und Rückenmarkhäuten zusammen als Einheit funktionieren.

 

Dr. Sutherland machte eine weitere wichtige Entdeckung. Er stellte fest, dass hinter den rhythmischen Bewegungen der Gehirnflüssigkeit eine Kraft ist, die diese Bewegungen in Gang setzt. Diese Kraft nannte er Primäre Atmung oder Breath of Life (Lebensatem) – der Zündfunke, der das System in Gang bringt.

Dieser Aspekt der Craniosacral Therapie wurde von Franklyn Sills aufgenommen und weiterentwickelt. Der Lebensatem drückt sich im ganzen Körper aus und ist direkt mit der Lungenatmung (sekundäre Atmung) und der Gewebeatmung des zentralen Nervensystems verbunden, welche die gesamten Körperfunktionen regulieren. Somit haben wir heute mit der Craniosacral Therapie eine ganzheitliche Behandlungsform mit unterschiedlichen Ansätzen, die sich optimal ergänzen.

 

Der Name Craniosacral Therapie wurde in den 70er Jahren erstmals vom amerikanischen Forscher und Osteopathen Dr. John E. Upledger (1932 – 2012) geprägt und setzt sich aus den Begriffen Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) zusammen. Er erforschte die rhythmischen Bewegungen vom Schädel wissenschaftlich. J. E. Upledger vereinfachte und veränderte das Konzept von Sutherland zum Teil erheblich. Für seine Veränderungen wurde und wird Upledger zwar von osteopathischer Seite her heftig kritisiert, die Craniosacrale Therapie jedoch wurde durch diese Massnahmen viel mehr Interessierten zugänglich. Und dadurch wiederum wurde auch die Osteopathie und Sutherlands Konzept der Cranialen Osteopathie einer viel breiteren Öffentlichkeit bekannt.